Künstler im Portrait: Frida Kahlo
Frida Kahlo de Rivera (6. Juli 1907 – 13. Juli 1954) war eine mexikanische Künstlerin, die vor allem für ihre ungewöhnlichen Selbstporträts, die sie mit Schnurrbart und zusammengewachsenen Augenbrauen zeigen, weltbekannt wurde. Doch hinter ihren bunten Bildern steckt eine tragische Lebensgeschichte.
Leben
Frida wurde schon als Kind künstlerisch gefördert. Ihr Vater, ein deutscher Einwanderer und Fotograf, führte sie in die Grundlagen der Fotografie ein, während Fridas Mutter ihr Nähen und Sticken beibrachte. Als Teenager hatte sie einen folgenschweren Verkehrsunfall, der ihr Leben für immer verändern sollte. Eine Eisenstange durchbohrte ihr Becken und brachte mit sich, dass sie ihren Alltag vor allem im Liegen verbrachte oder ein Stahlkorsett tragen musste. Nach der Operation war Frida lange Zeit bettlägerig und begann als Zeitvertreib Selbstporträts anzufertigen. Über ihrem Bett hing ein Spiegel, außerdem wurde eine Liege verstärkt, damit sie im Liegen malen konnte.
Ihre große Liebe war der mexikanische Künstler Diego Rivera, der mit seinen politisch-revolutionären Wandbildern für Aufsehen sorgte. Er inspirierte Kahlo in ihrer Kunst und in ihrer politischen Ansicht. Beide waren Unterstützer der jungen Sowjetunion. Die Beziehung zu Rivera war von Höhen und Tiefen geprägt – beide hatten neben ihrer Ehe mehrere Liebesaffären. Nach der Scheidung heirateten sie ein Jahr später noch einmal. Zeit ihres Lebens blieb Diego Rivera immer der Mann an ihrer Seite.
Die letzten Jahre vor ihrem Tod, war Frida Kahlo nach der Amputation ihres rechten Unterschenkels bettlägerig. 1954 starb die beliebte Künstlerin an einer Lungenembolie.
Neben ihrer Kunst und ihrem bewegten Leben trägt auch ihr markantes äußeres Erscheinungsbild dazu bei, dass Frida Kahlo mittlerweile zu den beliebtesten Figuren der modernen Popkultur gehört. Mit traditioneller Tracht in bunten Farben, prachtvollen Schmuck und hochgesteckten Haaren betonte die Künstlerin stolz ihre indigenen Wurzeln. Sie war zudem voller Patriotismus, den sie in ihren Bildern mit Motiven der mexikanischen Kultur zum Ausdruck brachte.
Werk
Der Stil von Kahlo verband surreale Elemente mit Bildmitteln der Realität und wird deshalb dem Surrealismus zugeordnet. Sie selbst konnte sich mit dieser Kunstströmung nicht identifizieren. “Sie dachten, ich wäre ein Surrealist, aber das war ich nicht. Ich habe nie Träume gemalt. Ich habe meine eigene Realität gemalt.”
Frida, die ihr gesamtes Leben lang unter den Folgen des Unfalls litt und deswegen auch keine Kinder bekommen konnte, verarbeitete ihren körperlichen und seelischen Schmerz in ihrer Kunst. In ihren weltberühmten Selbstporträts symbolisieren Nägel, die ihren Körper durchdringen, die Qualen, die sie durchlitten hat. Mit dem Korsett bringt sie die Eingeschränktheit ihrer Freiheit zum Ausdruck.
Des Weiteren behandelte die Künstlerin neben Themen wie Schmerz, Tod und ihrer eigenen Unfruchtbarkeit auch Motive zur mexikanischen Gesellschaft, Kultur und sozialer Identität. In ihren Selbstdarstellungen finden sich auch exotische Tiere wieder wie Affen, Hirsche und Vögel. Sie hielt die meisten davon nicht nur als Haustiere, sondern wollte damit ihren eigenen seelischen Zustand verbildlichen, z. B. Einsamkeit.
Ihre erste Ausstellung fand 1938 in New York durch den Galeristen Julien Levy statt. Erst 1953 wurde ihr Werk in Mexiko ausgestellt – eine große Ehre für Frida Kahlo, der ihre Heimat sehr wichtig war.
Bis heute kann das blaue Haus in Mexiko besucht werden, in dem Frida Kahlo zusammen mit ihrem Mann Diego Rivera von 1929 bis 1954 gewohnt hat. Es wurde als Museum umgebaut und zeigt viele Originalwerke Kahlos.
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